Neue Chance für alte Städte-Freundschaft

Die seit 50 Jahren bestehende Partnerschaft mit Blyth soll „privat“ neu belebt werden.

Für ein bisschen Magie hat Wolfgang Görke auch bei der letzten offiziellen Städtereise nach Blyth gesorgt: Die Solinger Gruppe sah im National Railway Museum in York nicht nur das Bahnsteig-Schild 9 3/4 aus den Harry-Potter-Filmen, sondern gleich die ganze Lokomotive des „Wizard Express“ („Hogwarts Railways“). Bei dem Olton-Hall-Modell aus dem Jahr 1937 hilft keine Zauberei mehr; die Lok, die inzwischen in Privathand ist, wird in der Museums-Werkstatt repariert.

Die Wiederherstellungsarbeiten haben auch bei den Städtereisen begonnen: Wenn Übersetzer Wolfgang Görke, bei der Verwaltung für Städtepartnerschaften zuständig, in anderthalb Monaten in den Ruhestand geht, soll der Kontakt nach Blyth oder beispielsweise Ness Ziona in Israel nicht abreißen.

Ehemaliger Wirtschaftsförderersoll Zügel in die Hand nehmen

Während es für Ness Ziona aber seit rund 15 Jahren einen Freundeskreis mit etwa 50 Mitgliedern gibt, sorgen im Fall Blyth Solinger Schwimm- und Gesangsvereine für den persönlichen Kontakt. In der englischen Partnerstadt, die nach einer Gebietsreform im Jahr 2009 nur noch drei Verwaltungsmitarbeiter hat, gibt es dagegen die rührige Citizens Exchange Group unter Leitung von Margaret Watson. „Wir sollten über einen Partnerschaftskreis in Solingen nachdenken“, sagt Bernd Krebs, der dem Freundeskreis Solingen – Ness Ziona vorsitzt und der in Blyth wie Inge Piefer, Volker Klein und Manfred Krause zur Ratsdelegation gehörte.

Feith, der für seinen ersten Blyth-Besuch den Urlaub in Spanien unterbrach, hat bereits einen Wunschkandidaten für die Leitung eines derartigen Freundeskreises: den früheren Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Bernd Clemens. Der Freund englischer Oldtimer ist bereit mitzumachen, will aber nicht unbedingt den Vorsitz. Zeitgleich mit der Städtereise war er zu einem Kurzurlaub gekommen und nahm an einigen Terminen teil.

Clemens erwartet keine leichte Aufgabe: Nicht nur die langjährigen Städtereisen-Teilnehmer wie Elsa und Gerd Böhm fühlten sich auch diesmal wieder bestens betreut von Wolfgang Görke und Busfahrer Harry Goodwill (Wiedenhoff). Auf dem Programm standen unter anderem eine Bootsfahrt zum Vogelschutzgebiet der Farne Islands, ein Ausflug nach Newcastle und eine Fahrt entlang der spektakulären Ostküste. Es sei ein „Armutszeugnis“, dass die Stadt sich jetzt aus den Reisen zurückziehe, klagte eine der Mitfahrerinnen.
Quelle : Fred Lothar Melchior/ Solinger Tageblatt

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