Gerd Kaimer ist tot

Solingen trauert um Alt-Oberbürgermeister Gerd Kaimer. Wie die Stadt gestern mitteilte, ist der Sozialdemokrat und Ehrenringträger der Stadt am Sonntag im Alter von 90 Jahren verstorben. Von

Kaimer hatte als Stadtoberhaupt von 1984 bis 1997 insgesamt 13 Jahre an der Spitze der Klingenstadt gestanden und ist damit bis heute der Solinger Oberbürgermeister mit der längsten Amtszeit.Von 1984 bis 1997 lenkte Gerd Kaimer die Geschicke Solingens. In diese Zeit fielen epochale Ereignisse. Weggefährten und Freunde würdigen den Alt-Oberbürgermeister als großes demokratisches Vorbild.

„Gerd Kaimer war mit seiner Menschlichkeit, seiner Lebensklugheit, seiner Nachdenklichkeit und seiner Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, ein ganz großes Vorbild“, sagte Oberbürgermeister Tim Kurzbach in einer ersten Reaktion. Sein Wirken werde nicht in Vergessenheit geraten, so Kurzbach am Montag. Und auch zahlreiche politische Weggefährten würdigten den ehemaligen Oberbürgermeister für seine Verdienste um die Stadt. „Mit Gerd Kaimer verlieren wir einen honorigen und bescheidenen Menschen, der viel für Solingen getan hat“, sagte etwa Bernd Krebs (CDU), während Kaimers Nachfolger als OB, Ulrich Uibel (SPD), betonte, sein Parteifreund habe „ein Stück Solinger Lokalgeschichte geprägt“.

Dabei war Gerd Kaimer seine politische Karriere nicht von Beginn an in die Wiege gelegt gewesen. Als Sohn eines Schleifers am 3. Juli 1926 geboren, wuchs er in der Hofschaft Höhmannsberg auf. Schon in jungen Jahren entschied sich Kaimer, Lehrer zu werden – ein Beruf, den der Solinger bis 1969 ausübte, ehe er schließlich Leiter des Bezirksseminars zur Lehrerausbildung und Schulrat in Remscheid wurde.

Wie für viele seiner Gerneration wurden auch für Gerd Kaimer die Schrecken des Zweiten Weltkrieges zu einem einschneidenden Erlebnis. Mit Millionen anderen jungen Männern schickte das NS-Regime Kaimer am Ende des Krieges noch an die Front, bevor der Solinger schließlich in Kriegsgefangenschaft geriet und auf den Rheinwiesen bei Remagen interniert wurde. Ein traumatische Erfahrung, die Gerd Kaimers Leben fortan prägen sollte. Denn von nun an hatte es sich der spätere OB zum Ziel gesetzt, politisch selbst aktiv zu werden und als Pädagoge Kinder zu verantwortungsbewussten Menschen zu erziehen. So trat Gerd Kaimer bereits unmittelbar nach Kriegsende der SPD bei, die bis zu seinem Tod seine politische Heimat blieb.
Quelle:Martin Oberpriller und Uwe Vetter / Solinger Morgenpost

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