Ernst Lauterjung: „Bürger gestalten kulturellen Austausch“

Bürgermeister Ernst Lauterjung setzt sich für eine Stärkung der Städtepartnerschaften ein. In der vergangenen Woche besuchte er das nordenglische Blyth, ab heute ist er im niederländischen Gouda zu Gast.

Gerade die Belebung der Städtepartnerschaften haben Sie nach Ihrer Wahl zum Bürgermeister als wichtiges Kernthema bezeichnet. Was macht diese Beziehungen für Sie aus?

Lauterjung: Man gewinnt dadurch neue Eindrücke, lernt Menschen und Kulturen kennen, lebt den europäischen Gedanken. Nehmen wir das Beispiel Blyth: Bereits 1951 begann der regelmäßige Jugend- und Schüleraustausch. Hinzu kam später ein Sängeraustausch mit den Meigenern. Seit 1971 gibt es die Kooperation auf sportlicher Ebene mit dem TSV Aufderhöhe.

Die nordenglische Solinger Partnerstadt haben Sie in Ihrer Funktion als stellvertretender Oberbürgermeister noch in der vergangenen Woche im Rahmen einer Bürgerreise besucht. Wie sah das Programm aus?

Lauterjung : Wir waren mit Ratsvertretern und einer Gruppe von 16 Bürgern fünf Tage unterwegs. Empfangen wurden wir von Bürgermeisterin Olga Potts und Ann Dawson, die an der Spitze des Fördervereins für die Städtepartnerschaft in Blyth steht. Ausflüge unternahmen wir zum Beispiel zum Beamish Open Air Museum, das sehr gut die Geschichte und Kultur des Gebietes darstellt, und zur Schlossanlage Alnwick Castle, in der die Harry Potter-Filme gedreht wurden.

Gab es für Sie – unabhängig von politischen Ämtern – frühere Berührungspunkte mit einer Solinger Partnerstadt?

Lauterjung; In meiner 40-jährigen Tätigkeit als Vorsitzender des Sportring Solingen haben wir regelmäßig Einladungen an unsere Partnerstädte ausgesprochen. Viele Gäste kamen insbesondere aus Chalon-sur-Saone, aber auch aus Aue und Gouda. Mein Ziel ist, Vereine insgesamt noch stärker für diese Kontakte zu gewinnen. Dazu gibt es Gespräche mit den Vorsitzenden der Fördervereine für diese Partnerschaften.

Viele Schulen organisieren eigene Austauschprogramme in verschiedene Städte, wenige Kontakte gibt es dagegen mit den Partnerstädten Gouda und Blyth.

Lauterjung: An diesem Punkt wollen wir noch mehr versuchen, die Schulen, wie zum Beispiel die neu geschaffene Sekundarschule, mit einzubinden. Wir haben auch einen Austausch zwischen Vertretern der Rotarier aus Solingen und Blyth angeregt. Wichtig ist uns ebenfalls der kulturelle Austausch.

Gibt es Dinge, die man sich von der Verwaltung der Partnerstädte abschauen könnte?

Lauterjung: Das ist nicht ganz so leicht zu sagen, zumal auch alle Städte, mit denen wir Partnerschaften unterhalten, deutlich kleiner sind als Solingen. Mit Gouda gab es allerdings bereits einen Workshop mit Beteiligung von Ratsvertretern, in dem es darum ging, voneinander zu lernen.

Soll die Anzahl der Städtepartnerschaften in Zukunft erhöht werden?

Lauterjung Dahingehend gibt es immer wieder mal Überlegungen. Ich finde allerdings: Bevor man eine neue Partnerschaft beginnt, sollte man versuchen, das, was man hat, wirklich zu leben. Was nutzt eine Partnerschaft, wenn man sich nur alle zwei Jahre sieht?

Quelle:ALEXANDER RIEDEL FÜHRTE DAS GESPRÄCH./ RP

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